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Markt Eschau
06.10.2026
Erfahrungsaustausch zu Energiemanagement und neuen gesetzlichen Anforderungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)

Am 29. September 2026 fand in den Räumlichkeiten der Energieagentur Bayerischer Untermain in Niedernberg das 6. Netzwerktreffen des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerkes DieKlimaKommunen³ statt. Vertreterinnen und Vertreter der Netzwerkkommunen kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Klimaschutz, die Energieeffizienz kommunaler Liegenschaften sowie neue gesetzliche Rahmenbedingungen auszutauschen.
Zu Beginn der Veranstaltung berichteten die teilnehmenden Kommunen über laufende Projekte und aktuelle Entwicklungen im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz.
In einem weiteren Themenblock wurde die organisatorische Weiterentwicklung des Netzwerkes den Teilnehmerinnen und Teilnehmer erläutert. Darüber hinaus wurde der Zwischenstand des laufenden Photovoltaik-Wettbewerbs innerhalb des Netzwerkes präsentiert, bei dem der Zubau der installierten PV-Leistung auf Dachflächen je Einwohner seit dem September 2025 auf Basis der Daten aus dem Marktstammdatenregister verglichen wird. Aktuell in Führung liegend ist die Gemeinde Kahl, gefolgt vom Markt Stockstadt und der Gemeinde Niedernberg. Der Wettbewerb zeigt, dass der Zubau an installierter PV-Leistung in allen Kommunen stetig zunimmt.
Ein wichtiges Zeichen im Bereich Klimaschutz!
Im Rahmen eines Workshops beschäftigten sich die Kommunen intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung des Netzwerkes. Hierzu wurden mögliche Ziele und Leitlinien für die weitere Zusammenarbeit erarbeitet. In vier Themenblöcken diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Handlungsansätze in den Bereichen kommunale Gebäude und Liegenschaften, Wärmeversorgung und erneuerbare Energien, Mobilität und kommunaler Fuhrpark sowie Energiemanagement und Organisation. Ziel ist es, gemeinsame und messbare Klimaschutz- und Energieeffizienzziele für die kommenden Jahre festzulegen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung aktueller gesetzlicher Entwicklungen durch die Netzwerkleitung. Dabei wurden die Auswirkungen des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) auf Kommunen erläutert. Im Fokus standen unter anderem neue Anforderungen beim Heizungstausch, die Einführung der sogenannten „Bio-Treppe“, neue Regelungen zu Energieausweisen für Nichtwohngebäude, Mindeststandards für die Gesamtenergieeffizienz bestehender Nichtwohngebäude, Vorgaben zur Gebäudeautomatisierung sowie die schrittweise Einführung einer bundesweiten Solarpflicht. Ebenso wurden die künftigen Anforderungen an Nullemissionsgebäude vorgestellt. Das bedeutet, dass ab 2028 neue Nichtwohngebäude im Eigentum der öffentlichen Hand und behördlich genutzt werden, keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen emittieren dürfen. Darüber hinaus gelten für diese Gebäude gesetzlich vorgeschriebene Höchstwerte in der Gesamtenergieeffizienz und im baulichen Wärmeschutz. Ab dem Jahr 2030 müssen alle Neubauten im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau die Nullemissionsgebäude-Standards erfüllen.
Abgerundet wurde das Netzwerktreffen durch einen Fachvortrag von Astrid Max, stellvertretende Referatsleiterin Klimaschutz bei der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK). Im Mittelpunkt stand die Energiemanagement-Plattform „Kom.EMS classic“, die Kommunen bei der systematischen Erfassung, Auswertung und Optimierung von Energieverbräuchen unterstützt. Der Vortrag zeigte auf, welche Bedeutung ein kontinuierliches Energiemanagement für die Senkung von Energieverbräuchen und Betriebskosten sowie für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen besitzt.
Im Rahmen der weiteren Netzwerkarbeit sollen die erarbeiteten Ziele konkretisiert, gemeinsame Maßnahmen entwickelt und die Kommunen bei der Umsetzung von Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekten weiterhin intensiv unterstützt werden.
Hintergrund Nationalen Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen."

Die Initiative für das regionale Netzwerk ging gemeinsam von der Hösbacher BfT Energiebera-tungs GmbH und der Energieagentur Bayersicher Untermain aus. Das Netzwerkmanagement und die energietechnische Beratung liegen in den Händen des Ingenieurbüros BfT. Die Ener-gieagentur Bayerischer Untermain stellt den Netzwerk-Moderator und unterstützt das Ma-nagement und die Kommunen bei Bedarf. Fachliche Unterstützung erhalten die Teilnehmer zudem von der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH und dem Elektrizitätswerk Goldbach-Hösbach GmbH & Co KG.

Kategorien: Eschau aktuell